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Beobachtung einer verstädterten Amsel

 


 

 

 

Beobachtung einer verstädterten Amsel (02.07.2010)


Die Luft ist starr, versteinert, verzaubernd. Schweiß rinnt auch jetzt, da die Sonne schon längst untergegangen ist, den ermüdeten Körper hinunter auf das Sitzpolster der zum Schlafplatz umbestimmten Liege. Schlaf wäre Erlösung, aber Erlösung ist ein zu teures Gut, um es jetzt schon einzufordern.

 

Die Augen öffnen sich, sofort rinnt Schweiß herein, gefolgt von einem Brennen, die Hand wischt hilflos drüber, greift nach der Wasserflasche. Um den Plastikbehälter herum erregt eine Amsel Aufmerksamkeit, der Blick fixiert sich auf sie, während die Kehle arbeitet. Sie stochert auf dem harten Boden und dem nicht viel weicheren Gras herum. Ein kleiner Stock scheint sie anzuziehen, zielstrebig hüpft sie auf ihn zu und nimmt ihn in den Schnabel. Der Stock beginnt sich zu winden, ein Regenwurm, der wohl halb ausgetrocknet nun seine letzten Kräfte mobilisiert, um den Kampf mit der Amsel aufzunehmen. Ein Instinkt, es ist aussichtslos, wahrscheinlich wäre es angenehmer, sich einfach fressen zu lassen, aber die Natur ahnt anscheinend noch eine Chance. Es ist ein ungleicher, aber langer Kampf, immer wieder schüttelt die Taube den Wurm, setzt nicht zum finalen, tödlichen Biss an. Dann, nach einem Blinzeln, ist der Regenwurm steif, hart, kein Lebewesen mehr, ein starrer Stab aus Eisen, glatt und glänzend. Nun legt die Amsel ihn zu Boden, stellt skeptisch den Fuß drauf und schaut ihn mit schiefen Kopf kurz an, bevor sie sich nach unten beugt und knackend Stück für Stück des Stabes abknapst und genüsslich verzehrt. Jede Erlösung hat ihre eigene Art, Präsenz zu zeigen.


Tolle Uhr...  
   
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