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Abschied

Langsam, schwerfällig, aber unaufhaltbar versank die Sonne am Himmelsrand. Quälend langsam. Sie saßen dort, schauten ins Wasser, in die Luft, nicht zum Anderen. Sie hatte die Knie angezogen, eine Träne lief über ihre Wange, stoppte kurz an ihrer Oberlippe, nur um dann auf ihre Bluse zu fallen. Er schaute sie an. Sie wirkte sehr… zerbrechlich. Und müde. Plötzlich drehte sie sich zu ihm, sah ihm direkt in die Augen. Ihre Lippen zitterten als sie anfing zu reden.

„Und… das ist wirklich alles? Nicht mehr?“

Stille. Die Tränen liefen ihr über die Wange, tropften auf ihre Blus, ihre Knie. Leise, mit hoher, fast flehender Stimme, fragte sie ihn, obwohl sie wusste, was er antworten würde.

„Warum?“

„Ich weiß es nicht. Ich wünschte… Ich weiß nicht.“

Er wandte sich ab. Die Sonne war verschwunden, nur das orange und rötliche Farbenspiel ließ auf die Existenz der Lichtquelle schließen.

„Ist… War es zu wenig?“

„Ich weiß es nicht. Vielleicht war es zu viel.“

„Zu viel? Wieso?“

„Weil… Ich weiß auch nicht.“

Er wandte sich ihr wieder zu. Musterte sie. Ihr braunblondes Haar, die feine Nase, umrahmt von zwei tränennassen, blauen Augen, die schlanken, weichen Wangen, auf denen die Tränen ein Wassermuster hinterlassen hatten, die schmalen, zitternden Lippen, die leicht gebräunte Haut. Sie war schön, keine Frage, jeder andere hätte alles getan, allein um mit diesem Juwel gesehen zu werden. Aber für ihn war sie kein Schmuck, er konnte es nicht, wollte sie nicht anlügen, ihr nicht unnötig Leid zufügen. Er hätte es auf Dauer nicht ausgehalten. Es musste sein, besser so als anders.

„Ist es... meine Schuld?“

„Du weißt dass das nicht stimmt. Niemand ist Schuld.“

War es wirklich nicht ihre Schuld? War sie vielleicht zu verliebt gewesen?

Eine leichte Brise kam auf, kleine Wellen rauschten leise über den Sand. Das letzte Licht der Sonne war der Unendlichkeit des Alls, der Dunkelheit gewichen. Er zog sein T-Shirt aus, legte es zu seinen Sandalen, ging die paar Schritte zum Ufer und ließ sich ins Wasser fallen. Das kühle Nass umströmte ihn, ließ ihn erwachen und gleichzeitig ermüden. Zögerlich, Geräusche vermeidend, die Stille genießend, machte er ein paar Schwimmzüge. Ein unheimliches Gefühl beschlich ihn, die eigentlich so beruhigende Dunkelheit machte ihm plötzlich Angst. Er wendete, tauchte noch einmal unter und schwamm zurück ans Ufer. Sie war schon weg, gegangen. Er trocknete sich ab, zog sich an und setzte sich hin, den Platz betrachtend, wo sie gesessen hatte. Nur noch das eingedrückte Gras ließ auf ihre verflossene Anwesenheit schließen. Langsam richtete es sich auf. Quälend langsam. Er saß alleine da. Ihr Platz war leer.

Tolle Uhr...  
   
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