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Konsum vs. Wahlen

 … und es lässt sich doch was bewegen!

 

„Was bringt es denn, sich mit Politik zu beschäftigen, ich kann doch sowieso nichts ändern!“ Dieser Satz flirrt in vielen Köpfen umher. Gerade jetzt im Wahlkampf zeigt sich, dass dies falsch ist, dass man mehr ändern kann, als man glaubt. Nicht mit seiner Stimme, es ist zwar wichtig, wählen zu gehen, aber mehr Gewicht geben uns die knapp 19.000€, die 2008 jeder Bundesbürger zum Konsum zur Verfügung hatte. Angenommen, dieser Wert wäre wirklich repräsentativ, d.h., es gäbe keine Schere zwischen Arm und Reich, können wir damit die Politik erheblich beeinflussen. Das beste Beispiel hierfür ist die Abwrackprämie. Alles fing als absolut kurzfristige Konjunkturmaßnahme an* und wurde zu einem Wahlkampfgeschenk, das sich nicht einmal mehr die Mühe macht, nicht als solches zu erscheinen.

Wie kam es nun dazu? Eigentlich ganz einfach. Nachdem die Abwrackprämie oberflächlich betrachtet ein riesiger Erfolg war und bei der Bevölkerung besser ankam als alle weiteren Wahlkampfversprechen der letzten Jahre zusammen, dachte sich die Regierung, dass man dieses Phänomen für sich nutzen könne und erhöhte die verfügbaren Mittel von 1,5Mrd.€ auf 5Mrd.€, ohne auf die ökonomische Sinnfreiheit zu achten.

Und wie kann man jetzt auf die Politik einwirken? Durch Konsum. Klingt banal, ist es auch, aber wenn jeder seine 19.000€ bewusst ausgäbe, könnte man die Politik in vielen Bereichen erheblich beeinflussen. Hierzu noch einmal ein kleines Szenario:

20Mio Deutsche achten auf einmal darauf, ausschließlich Waren zu kaufen, die von biologischer Herkunft sind, keinen großen ökologischen Fußabdruck haben und eine humane Behandlung von Mensch und Tier in ihren Produktionskreislauf einschließen. Diese 20Mio Menschen haben eine Kaufkraft von sage und schreibe 380.000.000.000€. Das entspricht einem 5tel des deutschen Bruttosozialproduktes. Als erstes reagiert die Wirtschaft, indem vermehrt derartige und vermindert andersartige Produkte angeboten werden. Massentierhaltungsbetriebe stellen auf biologische Produktion unter besseren Bedingungen für die Tiere um, die lokale Wirtschaft erlebt einen Aufschwung und die Produkte, die in Deutschland und nächster Umgebung nicht produziert werden können, bekommen eine Generalüberholung, so dass sie die Bedingungen für das Fairtrade-Siegel erfüllen. Natürlich merkt nun auch die politische Ebene, dass sich etwas getan hat. Dementsprechend werden die Aussagen der Politiker sich so ausrichten, dass sie möglichst mit den Intentionen jener 20Mio potenziellen Wählern konform gehen. Es wird also viel über ökologische Themen gesprochen (und vielleicht teilweise auch in diesem Sinne gehandelt), die schlechten Bedingungen für Arbeiter u.a. in Asien vehement kritisiert, das Verbot von Massentierhaltung diskutiert.

Dies hat wiederum zwei Auswirkungen. Die eine ist, dass genannte Problematik auch die anderen Konsumenten erreicht, von denen sich der ein oder andere vielleicht Gedanken macht und ebenfalls wie die vorangegangenen 20Mio bewusst auf sein Konsumverhalten achtet. Die andere ist, dass die Parteien, welche am intensivsten geworben haben, vermutlich viele Stimmen bekommen werden. Somit kann sie sich evtl. an der Regierung beteiligen oder eine starke Opposition bilden. Nun wird sie, wenn sie jene Stimmen nicht wieder verlieren will, möglichst im Sinne ihrer Wähler handeln, d.h., sich noch weiter für ökologischen Umgang mit der Natur und fairer Behandlung von Mensch und Tier einsetzen, was durch ihren gestiegenen Einfluss auch leichter möglich ist.

Mit diesem Szenario sollte deutlich geworden sein, dass man durch einfaches Einschalten des Gehirns beim Einkauf aller Art wohlmöglich mehr verändern kann, als mit seiner Stimme bei den Wahlen.

 

*kurzfristig darum, weil sie auf lange Sicht kontraproduktiv ist. Diejenigen, die sich dank Abwrackprämie jetzt ein neues Auto gekauft haben, werden sich die nächsten 10 Jahre vermutlich kein weiteres (neues) mehr kaufen. Dadurch wurde die Krise zumindest im Automobilbereich nur nach hinten verschoben, aber keinesfalls beseitigt. Abgesehen davon werden hauptsächlich Autos ausländischer Hersteller gekauft, was die Unterstützung an die (aus Sicht der Regierung) falsche Stelle transferiert.

Tolle Uhr...  
   
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